in dem ebenso wundervollen wie berührenden Theatersolo aus der Feder des bekannten
Autors Éric Emmanuel Schmitt geht es um ein durchaus recht ernstes Thema: Oskar ist zehn Jahre alt
und hat noch zwölf Tage zu leben. Seine Eltern sind damit restlos überfordert, die Ärzte, ob ihrer
Machtlosigkeit ernsthaft frustriert, aber glücklicherweise hat Oskar so etwas wie einen Engel: Die
"Dame in Rosa". Sie behauptet Ex-Catcherin zu sein und ist jemand, der Oskar nicht anlügt,
jedenfalls nicht in Dingen, die zählen, jemand der nicht kneift wenn´s knifflig wird, jemand der
ihm mit Phantasie und Humor begegnet, ihm zuhört, jemand mit brauchbaren Ideen. Auf Anraten von
"Oma Rosa" schreibt Oskar Briefe an den lieben Gott, an den er bis dahin nach dem Vorbild seiner
Eltern nicht geglaubt hat. Oma Rosas Bilder und Metaphern sind außergewöhnlich doch sie erreichen
Oskar und bringen ihn zum Träumen, zum Denken und zum Lieben. Gemeinsam begeben sich die beiden auf
den Weg der verbleibenden zwölf Tage in Oskars Leben, in denen dieser Mut, Freundschaft,
Verantwortung, Glauben und Vertrauen erfährt. Beide lernen in der kurzen Zeit viel voneinander –
Oma Rosa z.B. Leben wie Abschiednehmen neu zu sehen. Sie durchleben gemeinsam eine intensive
Beziehung, ehrlich und authentisch bis in den Tod. Éric-Emmanuel Schmitt (Monsieur Ibrahim oder die
Blumen des Koran; Kleine Eheverbrechen u.a) erzählt diese traurige Geschichte um Leben und Sterben
mit viel Charme, Einfühlungsvermögen und Phantasie. Die humorvollen und klug geschmiedeten Dialoge
kommen in der Inszenierung von Frank Geisler leicht daher. Dennoch bringt Sarah C. Baumann als
Erzählfigur die Tiefe der Geschehnisse zwischen Erde und Himmel ernsthaft und in berührender Weise
auf die Bühne, verkörpert glaubhaft Todesnähe, ohne dabei das Phantastische des Lebens aus den
Augen zu verlieren. Das Stück wurde 2009 vom Autor selbst verfilmt.
Eine liebevolle und tiefgehende Geschichte, die Hoffnung macht
t-raum-produktion mit sarah c. baumann; regie: frank geisler
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