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Die Räuber

szenische lesung nach friedrich schiller

Stadtbibliothek Offenbach und t-raum präsentieren:
Veranstaltungsdatum:  9. Februar 2018 17:00 Uhr

Es ist einmal so in der Welt, daß die Guten durch die Bösen schattiert werden und die Tugend im Contrast mit dem Laster das lebendigste Colorit erhält. (Friedrich von Schiller)

In „Die Räuber“ stellt Schiller frech Gut und Böse gegenüber und gleichzeitig in Frage. Kein Mensch ist einfach nur eindeutig in seinem Sein, man findet die Zerrissenheit im menschlichen Dasein überall. In Zeiten von Social Media, von What´-s-App, Facebook und Instagram mögen die Konflikte der Geschichte auf den ersten Blick veraltet erscheinen – aber sie sind es nicht: sie wurden genauso ausgekämpft wie heutige Konflikte, lediglich ohne Klicks und Posts und sie sind in ihrer Essenz immer noch hochaktuell. 

Worum geht es? Da sind zwei Brüder von guter Herkunft, der jüngere (Franz) lebt (scheinbar) ordentlich und brav im Familiensystem, der ältere (Karl) aber begehrt auf und wird zum Räuber, wild lebend, plündernd, raubend, mordend und dann doch wieder liebend und auch hochmoralisch. Und dann ist da das Gesetz, die Regeln der Gesellschaft, denen man sich anpasst und unterwirft oder gegen die man sich eben auflehnt. Und es geht um Geld und Reichtum und Macht: der Vater verstößt Karl aufgrund der Intrigen, die Franz anzettelt. Dieser hat außerdem noch ein Auge auf die Geliebte seines älteren Bruders geworfen und hofft sie mit fiesen Spielen auch noch in seinen Besitz zu bringen.

Karl, verstoßen, leidet unter diesem Verrat. Eigentlich wollte er sich von seinem bisherigen leichtfertigen Leben abwenden und nach Hause zurückkehren, doch nun, da er sich verraten fühlt vom geliebten Vater wird er noch wilder in seinem Tun. Sein räuberisches Leben im Wald treibt ihn zu allerhand Untaten. Noch einmal kehrt er heim, verkleidet, um seine Geliebte im Geheimen zu sehen, auch um zu erfahren ob sie ihn noch liebt. Doch am Ende ist nichts mehr wie es war und kein Mensch mehr der alte.

Das Stück wurde 1782 im Nationaltheater in Mannheim uraufgeführt und sorgte damals für einen handfesten Theaterskandal auch wegen seiner Kritik am herrschenden Feudalsystem. Die zentralen Motive, der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl sowie das Verhältnis von Gesetz und Freiheit haben bis heute nichts an Brisanz verloren und können ohne wenn und aber auf heutige Themen und Ereignisse übertragen werden.

Sarah C. Baumann und Frank Geisler vom Offenbacher theater im t-raum lesen das Stück ab 17.00 Uhr szenisch und stimmungshaft in vier Blöcken zu je ca. 20 Minuten an verschiedenen Stationen in der Stadtbibliothek. Das ganze wird stimmungsvoll durch Klänge und Geräusche des Percussionisten Günter Bozem illustriert. Am Ende des Abends steht ab 19.00 Uhr eine Diskussionsrunde. Eine hervorragende Einstimmung auf das Gastspiel des Globe Theater Berlin zur Theateressenz im Offenbacher Capitol am 19. März 2018.

t-raum-produktion mit: Sarah C. Baumann und Frank Geisler sowie Günter Bozem (Percussion und Geräusche)

eintritt frei!!!


Frank Geisler und Sarah C. Baumann
Frank Geisler und Sarah C. Baumann




Verweise:

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